Erneuerte Atemschutzübungsstrecke wird ihrer Bestimmung übergeben
Erneuerte Atemschutzübungsstrecke wird ihrer Bestimmung übergeben
Sie ist das wichtigste Element in der Ausbildung der Atemschutzgeräteträger in der Wetterau. Diese besonders ausgebildeten Wehrleute bilden wiederum das Rückgrat der Einsatzabteilungen in den Freiwilligen Feuerwehren des Wetteraukreises. Hessens Innenminister Volker Bouffier, Landrat Joachim Arnold und Kreisbeigeordneter Ottmar Lich, Brandschutzdezernent des Wetteraukreises, zeigten sich bestens gelaunt bei der Übergabe der erneuerten kreiseigenen Atemschutzübungsstrecke im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nauheim. Nach 24 Jahren wies die alte Atemschutzübungsstrecke so viele Mängel auf, dass sie grundlegend erneuert werden musste.
In Bad Nauheim wurde eine neue Atemschutz-Übungsstrecke eingeweiht.
Rund 125.000 Euro wurden dafür investiert, drei Viertel der Mittel kamen vom Land, deshalb ließ es sich Hessens Innenminister Volker Bouffier nicht nehmen, persönlich die Atemschutzübungsstecke zu übergeben. Rund 1.600 Feuerwehrleute absolvieren hier alljährlich ihre Gewöhnungsübung. Das heißt, sie weisen nach, dass sie fit genug sind, weiterhin Atemschutzträger zu sein. Darüber hinaus werden alljährlich rund 125 neue junge Leute als Atemschutzgeräteträger ausgebildet (siehe Kasten).
Die Anlage war nach 24 Jahren ihres Betriebes nur noch in ihren Grundbestandteilen in einem ausreichenden Zustand. Der Bedienstand mit den elektronischen Überwachungseinrichtungen war ausgefallen, Ersatzteile gab es nicht mehr, deshalb musste die Überwachung der Sicherheit der übenden Feuerwehrleute durch einen erhöhten Personalaufwand kompensiert werden. Fahrradergometer und Laufband waren kaputt, zudem musste die zweite Wärmebildkamera ersetzt werden. Insgesamt ein Aufwand, der sich auf rund 125.000 Euro belief.
Die baulichen Renovierungsmaßnahmen wurden übrigens in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Wetterauer Beschäftigungsgesellschaft Arbeit Umwelt und Soziales (WAUS) durchgeführt. Landrat Joachim Arnold bezeichnete die erneuerte Atemschutzübungsstrecke als wichtigen Beitrag des Kreises für die Arbeit der 146 Freiwilligen Feuerwehren in der Wetterau. "Als Kreis übernehmen wir hier Verantwortung und stellen eine Infrastruktur bereit, die sich die einzelnen Kommunen nicht leisten könnten." Der Landrat bezeichnete die Anlage als ein gelungenes Beispiel der von ihm propagierten interkommunalen Zusammenarbeit. Brandschutzdezernent Ottmar Lich hob vor allem den Sicherheitsaspekt der erneuerten Anlage hervor. "Jetzt haben wir die Voraussetzungen geschaffen, damit die Rettungskräfte optimal auf ihre Arbeit vorbereitet sind." Innenminister Volker Bouffier nannte die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren absolut unverzichtbar. "Der Schutz von Menschen in Not hat Vorrang vor allen anderen Aufgaben. Dabei meine ich Not nicht im materiellen Sinne. Wenn Menschen nach einem Unfall eingeklemmt sind, wenn Flammen lodern und Hochwasser steigt, dann brauchen sie qualifizierte Hilfe."
Stress pur in der Atemschutzübungsstrecke
Es ist heiß, 40 bis 50 Grad, man sieht die Hand vor Augen nicht, es ist alles völlig verqualmt. Dazu kommen aus Lautsprechern Hilferufe und der Klang lodernden Feuers. Wer die Atemschutzübungsstrecke absolviert hat, hat zuvor in voller Montur und mit 20 Kilogramm Atemschutzgepäck ein Ergometer, ein Laufband und den Stepper absolviert. Jetzt liegen noch zehn Minuten Stress pur vor den Absolventen, ausschließlich Männer und Frauen die körperlich topfit sind und auch mit extremen Stresssituationen cool umgehen können. "Schließlich geht es um die Rettung von Menschenleben, aber auch um den Selbstschutz. Denn wer in dieser Situation die Kontrolle verliert, gefährdet nicht nur andere, sondern auch sich selbst", erläutert Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann.
Besonders schwierig wird es dann noch, wenn es durch den Tank geht. Eine schmale Öffnung, die mit den Geräten auf dem Rücken besonders schwer zu schaffen ist. "Nicht alle schaffen diese harte Prüfung. Fünf bis zehn Prozent geben auf. Sie müssen mehr trainieren, um diese Herausforderung zu meistern", erläutert der Wetterauer Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann.




