Archäologische Grabungen an der Büdinger „Herrgottskirche“
Archäologische Grabungen an der Büdinger „Herrgottskirche“
Grabung mit Blick auf die Westmauer der Kirche
Offiziell hieß die Kirche "Capella Corporis Christi", genannt wurde sie auch Herrgottskirche. 1376 erstmals urkundlich erwähnt verschwindet sie nach der Reformation vollständig aus dem Stadtbild von Büdingen. Das Bodendenkmal wurde bereits im Juli 1950, also genau vor sechzig Jahren, in Teilbereichen angegraben, so dass zumindest der Standort genau bekannt war. Bis dahin ließ er sich nur ungefähr nach alten Flurnamen einordnen. Dem alten Gemäuer geht es ans Fundament, weil genau in seinem Bereich die Stadt Büdingen Kanalarbeiten durchführen lässt. Bereits schon bei den ersten Grabungstagen zeigte sich, dass der bisher nur fragmentarisch bekannte Grundriss komplett dokumentiert werden kann.
Für die Archäologie ist dies ein Glücksfall, denn so konnte die Grabung im Vorfeld so geplant werden, dass Archäologie und Kanalbau sich nicht behindern, sondern parallel laufen können: So werden die Kanalarbeiten durchgeführt, aber der Grabungsbereich des Bodendenkmals so lange ausgespart, bis die archäologische Untersuchung beendet ist. Dann werden die dokumentierten Reste der Kirche dem Kanalbau weichen und das Zwischenstück des Kanals wird eingepasst. Durch die gute Abstimmung in der Planungsphase der Baumaßnahme zwischen Stadtverwaltung Büdingen, Stadtwerke Büdingen, Archäologischer Denkmalpflege des Wetteraukreises und der Baufirma, kommt es zu keiner Bauunterbrechung oder längeren Verzögerung durch die Ausgrabungen, so dass der vorgegebene Zeitplan durch die Archäologie nicht behindert wird. Die Grabungen werden unter Fachaufsicht der Archäologischen Denkmalpflege Wetteraukreis durchgeführt.




