Keine Gnade für säumige Unterhaltszahler

Keine Gnade für säumige Unterhaltszahler

Keine Gnade für säumige Unterhaltszahler


Die Zahl alleinerziehender Mütter und Väter nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es zum Jahresende 2008 knapp 1,6 Millionen Alleinerziehende mit 2,21 Millionen Kindern. Aus der gleichen Quelle heißt es, dass nur etwa jeder zweite Unterhaltspflichtige regelmäßig den Unterhalt in voller Höhe überweist, für die anderen springt der Staat in Form des so genannten Unterhaltsvorschusses ein.

"Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder unregelmäßigen Unterhalt oder nicht mindestens den gesetzlichen Mindestunterhalt erhalten, haben Anspruch auf Unterhaltsvorschuss für maximal 72 Monate", erläutert Jugenddezernent Oswin Veith und fügt hinzu, dass die Jugendämter versuchen, bei leistungsfähigen, aber leistungsunwilligen Elternteilen das Geld zurückzuholen. "Da sind wir auch ganz rigide, denn es ist absolut inakzeptabel, den Staat, und damit die Allgemeinheit für den Unterhalt der eigenen Kinder verantwortlich zu machen."

Aktuell erhalten exakt 1.447 Kinder Unterhaltsvorschuss. 682 Kinder bis zu sechs Jahren erhalten einen Unterhaltsvorschuss in Höhe von 133 Euro, 765 Kinder im Alter von bis zu 12 Jahren erhalten 180 Euro pro Monat. Im vergangenen Jahr wurden so rund 2,2 Millionen Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt. 350.000 Euro konnten von säumigen Vätern im gleichen Zeitraum zurückgeholt werden.

Rückholquote verbessert

"Nicht alle Väter sind tatsächlich in der Lage, den Mindestunterhalt für ihre Kinder zu erbringen. Gerade die Finanzkrise hat mit der Zunahme von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit die Situation weiter verschärft. Wo die finanziellen Möglichkeiten aber vorhanden sind, ist es überhaupt nicht zu akzeptieren, dass Väter ihren Verpflichtungen nicht nachkommen", unterstreicht der Wetterauer Jugenddezernent, der durch eine Organisationsänderung im Fachbereich Jugend, Familie und Soziales die Rückholquote auf 16 Prozent gebracht hat. "Gegenüber dem Jahr 2005 ist das eine Verbesserung um immerhin knapp 20 Prozent." Eine erhebliche Steigerung dieser Rückholquote erwartet Veith indes nicht. "Die wirtschaftliche Situation macht es vielen Unterhaltspflichtigen derzeit nicht möglich, ihrer Zahlungspflicht nachzukommen. Auch haben wir vermehrt Zahlungspflichtige, die sich in Privatinsolvenz befinden und somit ebenfalls nicht leistungsfähig sind." Dabei will es Veith aber nicht belassen. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass Väter sich aus der Verantwortung gegenüber ihren Kindern stehlen."


Erstellt am: 2010-01-27