Veith: 260 zusätzliche Erzieherinnen in der Wetterau bis 2013

Veith: 260 zusätzliche Erzieherinnen in der Wetterau bis 2013

Veith: 260 zusätzliche Erzieherinnen in der Wetterau bis 2013


An der Wingertschule in Bad Nauheim werden in Kooperation mit Frauen Arbeit Bildung und mit Unterstützung des Wetteraukreises künftig im Rahmen einer Teilzeitausbildung staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Oswin Veith bekräftigt, dass damit die Anforderungen des Landes hinsichtlich der personellen Besetzung in den Betreuungseinrichtungen erfüllt werden sollen.


Fab Notkindergarten

Martina Westholt, Erzieherin Not-Kindergarten Friedberg, Oswin Veith, Erster Kreisbeigeordneter, Simone Schestakoff, Leiterin Fachdienst Familienförderung, Karin Frech, Geschäftsführerin FAB gGmbH. Es fehlt: Sonja Jochmann, Abteilungsleiterin Fachschule für Sozialpädagogik an der Wingertschule in Bad Nauheim.

Bereits im vergangenen Jahr hat der Hessische Landtag mit einer Mindestverordnung über Kindertageseinrichtungen die personelle Besetzung angehoben: Von 1,5 Fachkräften einheitlich für jede Kindergruppe auf mindestens zwei Fachkräfte bei Gruppen mit ausschließlich unter dreijährigen Kindern. Auf mindestens 1,75 Fachkräfte bei Gruppen mit Kindern vom dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt und bei Kindern unterschiedlicher Altersstufen. Für Gruppen mit Kindern im Schulalter sind nun mindestens 1,5 Fachkräfte vorgesehen.

"Damit", so Sozialdezernent Oswin Veith, "besteht im Wetteraukreis ein geschätzter Qualifizierungsbedarf für Fachkräfte von ca. 420 Personen. 160 junge Frauen und Männer würden ohnehin im Rahmen der Regelausbildung ihren Abschluss erreichen. 260 Pädagogen sollen durch das Programm zusätzlich qualifiziert werden. Diese wollen wir in der Wingertschule Bad Nauheim in Zusammenarbeit mit Frauen Arbeit Bildung und mit Beratung durch den Wetteraukreis ausbilden."  

Verkürzte Ausbildung  

Das besondere bei dieser Ausbildung ist, statt der bislang vorgesehenen fünfjährigen Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin erfolgt die Ausbildung innerhalb von zwei Jahren. Veith legt Wert darauf, dass trotz der verkürzten Ausbildungszeit der Abschluss mit denselben qualitativen Merkmalen zu Ende geführt wird wie die derzeitige Regelausbildung, da sich der Ausbildungsgang an eine spezielle Zielgruppe richtet. "Vor allem wollen wir gezielt Personengruppen ansprechen, die in diesem Berufsfeld bislang unterrepräsentiert sind. Also Männer und Menschen mit Migrationshintergrund sowie die, die jetzt schon in Kindertagesstätten beschäftigt sind, ohne die entsprechende Ausbildung nachweisen zu können." Voraussetzung sind neben einem mittleren Schulabschluss eine mindestens dreijährige Berufserfahrung und die gesundheitliche Eignung.  

Der Bildungsverlauf baut sich in verschiedenen Modulen auf: In einem dreimonatigen Basistraining werden die sozialpädagogischen Grundlagen gelegt. Alternativ oder auch ergänzend gibt es das Angebot eines sechsmonatigen Aufbautrainings, in dem fachtheoretische Bildung und sozialpädagogische Praxis, aber auch Beobachtung, Dokumentation und Reflexion sowie Lernmethodik vermittelt werden.  

Nach einer entsprechenden Prüfung erfolgt dann in zwei Ausbildungsjahren die Qualifikation zum staatlich anerkannten Erzieher/zur staatlich anerkannten Erzieherin. Auch hier ist die Ausbildung zweigeteilt: Zwei Tage schulischer Unterricht mit jeweils 16 bis 18 Stunden folgen drei Tage sozialpädagogische Praxis in den Einrichtungen. Die Ausbildung endet dann mit einer Abschlussprüfung und der staatlichen Anerkennung.  

Lob für Arbeit in den Kitas  

Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith würdigte im Rahmen der letzten Kreistagssitzung die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern in den Einrichtungen. "Manchmal glaube ich, dass hier die notwendige gesellschaftliche Anerkennung für die erbrachten Leistungen in den Einrichtungen fehlt. Die Erzieherinnen und Erzieher haben einen besonders verantwortungsvollen Beruf gewählt, bei dem ihnen die Eltern ihre Kinder anvertrauen. Unsere Kleinsten werden gefördert und behutsam auf die Schule vorbereitet. Gleichwohl können eventuelle Defizite, die zu Hause entstehen, nicht überall ausgeglichen werden."  


Erstellt am: 2009-12-23