Vier neue Streuobstwiesen als Ausgleich für die Rosbacher Südumgehung

Vier neue Streuobstwiesen als Ausgleich für die Rosbacher Südumgehung

Vier neue Streuobstwiesen als Ausgleich für die Rosbacher Südumgehung


Gänzlich unbeachtet von der Weltöffentlichkeit geben sich dieser Tage in der Rosbacher Gemarkung Berühmtheiten ein Stelldichein. "Kaiser Wilhelm" trifft "Minister von Hammerstein" unter Hinzuziehung von "Geheimrat Oldenburg". Zum Ortstermin geladen sind auch der "Geflammte Kardinal", ein "Gravensteiner" und "Jakob Lebel". Damit die Sache nicht gar zu bürokratisch wird, kommt auch die "Köstliche von Charneux", die "Gute Graue" und natürlich "Clapps Liebling" dazu.


Revierförster Heinz Sill der auch Umweltberater der Stadt Rosbach ist, Fachingenieur, Dr. Jochen Karl, Bürgermeister Detlef Brechtel und Landrat Joachim Arnold

Revierförster Heinz Sill der auch Umweltberater der Stadt Rosbach ist, Fachingenieur, Dr. Jochen Karl, Bürgermeister Detlef Brechtel und Landrat Joachim Arnold

Welche Rolle "Mollebusch" in der Versammlung spielen soll, ist noch nicht ganz klar, das wird schon bei "Kassins Frühe" eher deutlich. Sie alle nämlich sollen Gastgeber werden für den heimischen Steinkauz. Die Rede ist nämlich nicht von Politikern und Stars und Sternchen der Showbranche, sondern von Äpfeln, Birnen und Kirschen. Allesamt traditionelle und regionale Produkte mittelhessischer Provenienz. Die ältesten Sorten können einen Stammbaum vorweisen, der schon 600 Jahre zurückreicht, etwa die Goldparmäne oder die Graue Französische Renette.  

Gepflanzt werden insgesamt 150 hochstämmige Obstbäume, die sich auf vier umgewidmeten Ackerflächen zu respektablen Streuobstwiesen entwickeln sollen. "Wir nehmen diese Anpflanzung als vorlaufende Ersatzmaßnahme vor für den im kommenden Jahr beginnenden Neubau der Kreisstraße 11, der Südumgehung in Rosbach.", erläutert Landrat Joachim Arnold. 

Als Dezernent, für Naturschutz und Kreisstraßenbau gleichermaßen verantwortlich, hat er gemeinsam mit Rosbachs Bürgermeister Detlef Brechtel den Startschuss gegeben. Noch in diesem Jahr werden die Voraussetzungen für neue Lebensräume für den Steinkauz geschaffen. "Auf 40.000 Quadratmeter werden rund 150 Bäume gepflanzt, vorwiegend Äpfel, aber auch Birnen und Kirschen, allesamt Bäume, die Höhlen für Steinkäuze ausbilden.", so Arnold.  

Bürgermeister Brechtel ergänzte: "Der Bau der Südumgehung ist für die Bürgerinnen und Bürger in Nieder-Rosbach von besonderem Wert. Genauso wichtig ist es, auch dem Naturschutz Rechnung zu tragen. Es war daher für die Stadt Rosbach eine Selbstverständlichkeit  für ökologischen Ausgleich zu sorgen und die hierfür benötigten Geländeflächen zur Verfügung zu stellen."  

Bis die Bäume ausgewachsen sind und Höhlen bilden, sollen Steinkauzröhren und Ansitzstangen den selten gewordenen Vögeln die Umsiedlung in die neue Heimat erleichtern. "Darüber hinaus werden wir noch zusätzlich Stein- und Altholzhaufen aufschichten. Hier schaffen wir den zusätzlichen Lebensraum für Insekten, Würmer und Mäuse, der bevorzugten Nahrung von Steinkäuzen", so der Wetterauer Landrat abschließend.


Erstellt am: 2009-12-18