Kampf gegen Klimawandel beginnt vor Ort
Kampf gegen Klimawandel beginnt vor Ort
Angesichts des drohenden Scheiterns des Klimagipfels in Kopenhagen hat Landrat Joachim Arnold seine Position bekräftigt, dass unabhängig von den Entscheidungen in der dänischen Hauptstadt der Kampf gegen den Klimawandel vor Ort fortgesetzt werden müsse. "Das, was die Weltgemeinschaft derzeit in Kopenhagen zelebriert, ist nicht nur traurig, sondern auch eine große Gefahr für die Zukunft unseres Planeten. Statt hier über Chancen zu sprechen und dem Klimawandel frühzeitig Einhalt zu gebieten, setzt man sich mit gegenseitigen Forderungen unter Druck mit der Folge, dass überhaupt keine vernünftigen Ergebnisse erzielt werden."
Aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Energie ist ein Beitrag gegen den Klimawandel. Unser Bild zeigt Landrat Joachim Arnold mit Mitgliedern des Bioenergiebündnisses.
Arnold, auf dessen Initiative hin ein 15-Punkte-Plan gegen den Klimawandel vom Kreistag beschlossen wurde, fordert, auch bei einem Scheitern der ambitionierten Ziele von Kopenhagen sich nicht geschlagen zu geben. "Global denken, aber lokal handeln, das ist der Wahlspruch, der mehr denn je seine Berechtigung hat und wir im Wetteraukreis machen uns diesen Wahlspruch auch zu Eigen".
Wetterau als Green Valley
Das ambitionierte Ziel lautet: Den Energieverbrauch in kreiseigenen Gebäuden bis zum Jahr 2020 um mindestens 30 Prozent zu senken. "Ich will eine eigene Wetterauer Identität für Energieeffizienz und erneuerbarer Energien entwickeln. Die Wetterau soll zum Synonym des "Green Valley" in der Region FrankfurtRheinMain als ein Wort werden. Von der gesunden Ernährung aus eigener Wetterauer Produktion über das Freizeit- und Umweltverhalten der Menschen bis hin zur notwendigen Restenergieerzeugung durch bei uns nutzbare erneuerbare Energien."
Ins Gericht geht Arnold auch mit unverrückbaren Blockadehaltungen. "Regenerative Energiequellen, wie zum Beispiel Sonnenlicht und Wind, stehen uns praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ästhetische Argumente ins Feld zu führen und sie gar mit Begriffen wie Monster oder Verschandelung zu belegen, ist nicht zu akzeptieren. Auf Menschen in Entwicklungs- und Küstenländern, die konkret von der Klimaerwärmung, Dürre- und Überschwemmungskatastrophen betroffen sind, wirkt so eine Haltung makaber und ist menschenverachtend zynisch. Solchen Hochmut können und dürfen wir uns auch aus Respekt gegenüber den Menschen in den Entwicklungs- und Küstenländern, aber auch aus Respekt gegenüber unseren Kindern und Kindeskindern nicht leisten."
Um zu verhindern, dass die Erderwärmung um mehr als zwei Grad zunimmt, müssen, so Fachleute, die Emissionen in den Industrieländern bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. "Wenn wir jetzt nicht damit anfangen, müssen wir uns eines Tages vor unseren Kindern und Enkeln rechtfertigen, warum wir unsere Chancen so leichtfertig vertan haben.", so Landrat Arnold.
Der Wetterauer Landrat wirbt dafür, vor Ort alle Möglichkeiten zu nutzen. "So wie wir das Beispielhaft bei der ersten in Passivhausbauweise erstellen Turnhalle in der Wetterau getan haben." Dies könne allerdings nur ein erster Schritt sein, weitere müssten folgen. Arnold nennt so genannte "Plusenergiehäuser", die zum Ziel haben, mehr Energie zu produzieren, als die Bewohner und Nutzer darin verbrauen. "Die Frage ist nicht mehr ob wir uns solche Technologie leisten, sondern wo wir sie einsetzen", fordert der Landrat Arnold und ergänzt, "als kommunale Politiker müssen wir konkrete lokale Beiträge leisten, um die globale Herausforderung für die Menschheit auf unserer einen Welt zu bestehen."




