Keramikplastik „Flötenspielerinnen“ für Musikschule Butzbach

Keramikplastik „Flötenspielerinnen“ für Musikschule Butzbach

Keramikplastik „Flötenspielerinnen“ für Musikschule Butzbach


Ein ganz besonderes Mitbringsel hatte Joachim Arnold bei seinem letzten Besuch in der Musikschule in Butzbach. Der Wetterauer Landrat übergab Musikschulleiterin Marion Adloff eine Keramikplastik des in Butzbach geborenen Künstlers Walter Schubert. Die Skulptur Flötenspielerin entstand in den 60er Jahren als Auftragsarbeit des Landkreises Friedberg.  Eine Replik in Bronze ausgeführt, steht vor der Karl-Weigand-Schule in Florstadt.

Butzbachs Bürgermeister Michael Merle, Musikschulleiterin Marion Adloff, Landrat Joachim Arnold und Peter Schubert

(v.l.) Butzbachs Bürgermeister Michael Merle, Musikschulleiterin Marion Adloff, Landrat Joachim Arnold und Peter Schubert, dem Sohn des Künstlers

Die Plastik stand lange Jahre in der Adolf-Reichwein Schule in Friedberg und wurde nach einer Beschädigung durch den Sohn des Künstlers, Prof. Peter Schubert, restauriert. Jetzt konnte das Objekt in voller Schönheit der Musikschule übergeben werden. "Die Plastik passt vom Motiv hervorragend in die Musikschule Butzbach, außerdem wird mit der Übergabe des Werkes des in Butzbach geborenen Künstlers ein Kreis geschlossen." Musikschulleiterin Marion Adloff und Bürgermeister Michael Merle freuten sich über das Kunstwerk, das in einer Vitrine einen neuen dauerhaften Platz gefunden hat.  

Die Angebotspalette der Musikschule Butzbach reicht freilich weit über das traditionelle Flötenspiel hinaus. Vom Cembalo zum Saxofon, von der Blockflöte bis zum Xylophon reicht das Angebot. "Wir bieten alle Streich- und alle Blasinstrumente an, und wenn jemand ein ganz besonderes Instrument erlernen will, dann versuchen wir einen geeigneten Lehrer zu finden", bekräftigt Schulleiterin Marion Adloff.  

Walter Schubert  

Walter Schubert wurde 1912 in Butzbach geboren, wo er auch sein Abitur ablegte. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie in München folgte ein Auslandsstipendium in Griechenland. Anschließend folgte ein Studium der Kunsterziehung an der Technischen Hochschule in München, das Schubert mit dem ersten und zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abschloss.  

Der Kriegsausbruch und eine vierjährige Gefangenschaft in Russland unterbrachen Schuberts künstlerisches Schaffen für zehn Jahre. Ab 1950 war er dann als Kunsterzieher zunächst am Gymnasium Nidda, von 1952 bis zu seiner Pensionierung in den 70er Jahren lehrte er dann am Augustinergymnasium in Friedberg. 

Neben seiner Arbeit als Kunsterzieher war Walter Schubert auch künstlerisch tätig: Er gestaltete das Ehrenmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges in der Stadt Friedberg und den Stadtteilen Fauerbach und Ockstadt. Die Wandgestaltung in der Philipp-Dieffenbach-Schule in Friedberg zählt ebenfalls zu seinen Werken wie zahlreiche Portraitreliefs, unter anderem von Henry Benrath, Fritz Usinger und Adolf Reichwein.  

Walter Schubert hat an zahlreichen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen und viele Jahre mit der Kunstgießerei Buderus in Hirzenhain zusammengearbeitet. Dort gestaltete er Jahresplaketten, Wissenschaftsplaketten und größere plastische Arbeiten. Zudem war er als Entwickler von Spielplatzobjekten und -geräten tätig. Walter Schubert starb vor zwei Jahren im Alter von 95 Jahren. 


Erstellt am: 2009-12-14