Weg frei für eine der längsten frei fließenden Flussstrecken in Hessen

Weg frei für eine der längsten frei fließenden Flussstrecken in Hessen

Weg frei für eine der längsten frei fließenden Flussstrecken in Hessen


Bei einem Vor-Ort-Termin informierten sich der Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Nidda Oswin Veith und Naturschutzdezernent Arnold über die Renaturierungsmaßnahme "Umbau Wehr Florstadt-Staden". Die Wehranlage in der Nidda bei Florstadt – Staden (Flusskilometer 52) ist zwischen dem "Eschersheimer Wehr" in Frankfurt (Flusskilometer 12) und der Wehranlage "An der Krötenburg" in Nidda (Flusskilometer 65) das einzige Querbauwerk auf einer Fließstreckenlänge von ca. 53 km.

Verbandsvorsteher und Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith sowie Landrat Arnold machen weg frei für eine der längsten frei fließenden Flussstrecken in Hessen

Verbandsvorsteher und Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith sowie Landrat Arnold machen weg frei für eine der längsten frei fließenden Flussstrecken in Hessen

Die Absturzhöhe von über 1,50 m macht die Anlage zu einem nicht zu überwindenden Hindernis für kleinere im Wasser lebende Tiere und Organismen. Nur bei großen Hochwasserereignissen gelingt es größeren Fischen, die vorhandene Steinschüttung des Tosbeckens und den dann kleineren Niveauunterschied in der Absturzhöhe zu überwinden, um somit vom Unterwasser des Wehres ins Oberwasser zu wechseln. Die seit Jahren bestehenden Bestrebungen des Wasserverbandes NIDDA, der Gemeinde Florstadt sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises dieses große Wanderhindernis, welches das Stadener Wehr für das Ökosystem der Nidda darstellt, "fischgängig" umzubauen, finden nun nach erfolgter Fördermittelzusage ihre Umsetzung.  

Die angestrebte Passierbarkeit der Wehranlage wird auch die in unmittelbarer Nähe gelegenen Renaturierungsmaßnahmen, zum einen die im Naturschutzgebiet "Nachtweid von Dauerheim" und die im Bereich der Horloffmündung bei Nieder – Florstadt, in ihrer Artenvielfalt positiv beeinflussen. Die Wiederansiedlung einst heimischer Fischarten wie Barbe, Bitterling, Elritze und Nase wird dadurch forciert, stellt Naturschutzdezernent Arnold fest.  

Es wird ein Umgehungsgerinne auf der in Fließrichtung rechten Seite hergestellt. Damit in Zukunft nicht nur in Einzelfällen Fische sondern auch kleinere in der Nidda beheimatete Organismen die Möglichkeit haben, in das Oberwasser des Wehres zu gelangen. Die Vorschüttung am Wehrkörper wird zur Reduzierung der Wassererosion am Fundament verstärkt sowie das Tosbecken zur besseren Energieumwandlung und einer Reduzierung der Erosionen im Gewässerbett des Unterwassers gesichert. Abschließend ist der Bau eines Verschlußorganes für den Mühlgraben vorgesehen. Bei auflaufendem Hochwasser soll der Mühlgraben geschlossen werden, damit die im Wasser gelösten Schwebstoffe in der Nidda bleiben und den Graben nicht zusätzlich durch Sedimentation mit nachfolgender Verlandung belasten.  

Der Wasserverband NIDDA hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt und damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. "Auch zukünftig werden nicht zuletzt aufgrund der Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie zahlreiche Projekte im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Verbandes initiiert und umgesetzt werden", stellte Veith abschließend fest.


Erstellt am: 2009-12-11