Weichen für ein Geografisches Informationssystem gestellt

Weichen für ein Geografisches Informationssystem gestellt

Weichen für ein Geografisches Informationssystem gestellt


"Wir führen im Landkreis das Geografisches Informationssystem ein", teilt Landrat Joachim Arnold mit. "Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass mehr als zwei Drittel der Verwaltungsarbeiten einen räumlichen Bezug haben." Noch in diesem Jahr werden die Weichen für das GIS gestellt. "Mit ihm kann die Kreisverwaltung künftig auf den Datenpool des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement rund um die Uhr zu greifen und ihrerseits selbst wichtige Daten geographisch verortet in das gemeinsame Informationssystem einspeisen."

Statt traditioneller kommen bald digitale Karten zum Einsatz. Landrat Joachim Arnold mit Fachbereichsleiter Peter Rudel

Statt traditioneller kommen bald digitale Karten zum Einsatz. Landrat Joachim Arnold mit Fachbereichsleiter Peter Rudel

Am Anfang steht die Erkenntnis: 80 Prozent aller verwaltungsinternen Informationen haben einen räumlichen Bezug. Wird eine Straße oder ein Radweg geplant, ein Kindergarten, eine Schule, ein Krankenhaus gebaut, ein Naturschutzgebiet ausgewiesen, ein archäologischer Fundort untersucht: die zu klärenden Fragen haben immer auch einen Raumbezug. Wer ist Eigentümer bestimmter Flächen, welche Nutzungen sind auf bestimmten Grundstücken zulässig, wo ist der optimale Standort für eine Gewerbefläche, für einen Kinderspielplatz, welche sind von Änderungen oder Erweiterungen eines Bebauungsplanes betroffen? Die Liste lässt sich fortsetzen. "Wenn wir in der Kreisverwaltung künftig mit einem Geografischen Informationssystem arbeiten können, lassen alle diese Fragen sich schneller, aktueller, mit weniger Personalaufwand und damit kostengünstiger und effizienter klären.", ist Arnold sicher.  

"Ich freue mich, dass der Kreisausschuss jetzt meiner GIS-Initiative gefolgt ist und grünes Licht gegeben hat.", so der Wetterauer Landrat. Grundlage ist ein umfangreicher Pool von Basisdaten, den das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation auf seinem Server online zur Verfügung stellt. Das sind Luftbilder, Liegenschaftskarten, Liegenschaftsbücher und topografische Karten. Diese Daten können von den zugriffsberechtigten Nutzern der angeschlossenen Verwaltungen noch um eigene wichtige Daten ergänzt werden. Ein Beispiel: in den Basisdaten des Landesamtes sind alle Katasterpläne im Wetteraukreis zu finden. Ob sich aber an einer bestimmten Stelle ein Naturdenkmal befindet, etwa ein mehrere Hundert Jahre alter schützenswerter Baum, das weiß allein die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises. Deren Mitarbeiter können, wenn sie Zugang zu GIS haben, die Information ebenfalls eintragen und damit allgemein verfügbar machen. Eine Art Warenhaus für geografische Daten also. Daten zu Wirtschaft, Bauen, Verkehrsplanung, Natur- und Umweltschutz, Touristik, Freizeit- und Routenplanung, Katastrophenschutz, Rettungswesen, um nur einige Beispiele zu nennen.  

30.000 Euro spart der Fachdienst Bau ein  

"Natürlich haben wir zuerst die Wirtschaftlichkeit geprüft und die Analyse gibt GIS für den Wetteraukreis gute bis sehr gute Prognosen. So spart allein der Fachdienst Bauwesen jährlich 30.000 € an ALK/ALB Datengebühren ein. Darüber hinaus können bei den laufenden Betriebskosten in Höhe von 35.000 € durch Übertragung von Nutzungsrechten refinanziert werden.", führt Landrat Arnold aus. Bislang sammeln viele Beschäftigte Daten in ihren jeweiligen Fachdiensten. Die Daten werden in unterschiedlicher Form und Qualität aufbereitet, der Aufwand ist immens, weil sie leider oft doppelt oder mehrfach erhoben werden mussten und in keinem einheitlichen EDV-System abgelegt werden konnten. Mit GIS werden jetzt die Daten einheitlich strukturiert. Ihre Pflege wird daher weniger personalintensiv und jederzeit verfügbar gemacht.  

In einem ersten Schritt soll GIS zunächst von der Verwaltung hausintern genutzt werden. Rad- und Wanderwegeplanung, Erstellung von Themenkarten, Planung von Kreisstraßen, Bearbeitung von Schutzgebieten und Bauanträgen, Verwaltung von Naturschutzflächen und -gebieten. Bebauungspläne, Archäologische Standorte, Bodendenkmäler, Denkmalgeschütze Bereiche, Wasserschutzgebiete, Hochwasserschutzgebiete, Schwimmbäder, Badeseen, Verteilung der Bevölkerung, Demografische Daten. Im nächsten Schritten steht GIS dann auch den Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Sie sehen neben dem klassischen Stadtplan zum Beispiel öffentliche und soziale Einrichtungen, Veranstaltungen, Rad- und Wanderwege, bis hin zu freien Bauplätzen in den Wetterauer Städten und Gemeinden.


Erstellt am: 2009-12-09