Seniorenbeirat wertet ersten Gesundheitstag als vollen Erfolg
Seniorenbeirat wertet ersten Gesundheitstag als vollen Erfolg
Als eine rundum gelungene Veranstaltung bezeichnete die Vorsitzende des Wetterauer Seniorenbeirates Renate Klingelhöfer den ersten Gesundheitstag, zu dem der Beirat am vergangenen Donnerstag eingeladen hatte. Klingelhöfer freute sich über einen gut gefüllten Plenarsaal und hochkarätige Referate.
Landrat Joachim Arnold mit Mitgliedern des Seniorenbeirates: Brunhilde Reichert, Renate Klingelhöfer und Erhard Buß.
Landrat Joachim Arnold bezeichnete in seiner Begrüßung den demografischen Wandel als eine der größten Herausforderungen für unser Land. Man dürfe diese Entwicklung aber nicht nur als Belastung darstellen. Die Kommunen müssen sich mit entsprechenden Angeboten auf die neuen Herausforderungen einstellen. "Dafür muss eine Infrastruktur geschaffen werden, die es älteren Menschen erlaube, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Die Attraktivität des Wetteraukreises für ältere Menschen sollten wir als Stärke begreifen und diese Stärke auch aktiv nutzen", so der Kreishauschef.
Welche Bestandteile die von Landrat Arnold geforderte Infrastruktur haben könnte, erläuterte Nina Basteck, Referentin beim Malteser Hilfsdienst in Mainz. Sie stellte das Pilotprojekt der Malteser "Hilfen für Pflegende" vor, das insbesondere einen Entlastungsdienst für Angehörige von Menschen mit Demenz vorsieht. So genannte Standortkoordinatoren beraten Angehörige von Demenzkranken über besondere Hilfen und vermitteln einen Entlastungsdienst, der in einem bestimmten Rhythmus pflegende Angehörige unterstützt. Bislang gibt es acht Standorte für das Projekt "Hilfen für Pflegende", der Schwerpunkt liegt in Rheinland-Pfalz. Ein Standort gibt es in Hessen, er ist in Altenstadt angesiedelt. Für das kommende Jahr ist der Ausbau um vier weitere Standorte geplant. Zwei davon in Hessen, einer ist in Butzbach geplant.
Im Anschluss berichtete Dr. Reinhold Merbs, Leiter des Fachdienstes Gesundheit des Wetteraukreises, ausführlich über die Arbeit des "Gesundheitsamtes" und beantwortete im Anschluss viele Fragen, etwa zur Schweinegrippe (Panik ist nicht angebracht). Die Gesundheitsversorgung im Wetteraukreis durch Fachärzte und Notärzte ist nach den Worten von Dr. Merbs gewährleistet.
Professor Dr. Dr. Friedrich Grimminger, der ärztliche Direktor des Gesundheitszentrums Wetterau, berichtete über die Vernetzung von Unikliniken und Hausarztpraxen. Eine weitere wichtige Botschaft lautete: Kleinere Krankenhäuser bleiben im Verbund mit dem Gesundheitszentrum Wetterau erhalten und werden nicht privatisiert. Das, so Seniorenbeiratsvorsitzende Renate Klingelhöfer, sei besonders für ältere Menschen eine wichtige Nachricht. "Lange Wege sollten alten Menschen erspart bleiben und stattdessen eine ordentliche Versorgung vor Ort gewährleistet werden." Gerade ältere Menschen hätten in großen Kliniken Sorgen, "abgeschoben" zu sein. Nähe bedeute insofern auch Vertrautheit. Zudem könne in den Krankenhäusern vor Ort die Versorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus besser geregelt werden.
Die Vernetzung der Unikliniken mit kleineren Krankenhäusern und Arztpraxen stelle eine optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten sicher. Nicht überall könnten alle Angebote gemacht werden, durch die Vernetzung sei aber eine Versorgung in allen medizinischen Fachgebieten gesichert, so Professor Grimminger.
Die Veranstalter um Beiratsvorsitzende Renate Klingelhöfer waren überwältigt von dem großen Andrang und den spannenden Diskussionen im Plenarsaal. "Das zeigt uns, dass wir mit unseren Angeboten auf dem richtigen Weg sind. Dieser Weg soll weitergegangen werden. Die Menschen wollen mehr Aufklärung über die gesundheitliche Versorgung im Alter." Als nächstes stehen Informationsbesuche in verschiedenen Kliniken auf dem Programm des Seniorenbeirates. Im kommenden Frühjahr soll die nächste Informationsveranstaltung zum Thema "Zuhause wohnen im Alter" stattfinden.




