Wetterauer Kulturpreis 2009 – Harter Rock und heiße Tränen

Wetterauer Kulturpreis 2009 geht an "Fräulein Wunder"

Wetterauer Kulturpreis 2009 geht an "Fräulein Wunder"


Eine rockig fetzige, aber auch anrührende Kulturpreisverleihung erlebten am 26. November knapp 200 Gäste im Albert-Stohr-Haus in Friedberg. Die Mädchenband "Fräulein Wunder" erhielt aus der Hand von Landrat Joachim Arnold den 13. Wetterauer Kulturpreis. Die Anfangs durchaus mit Skepsis betrachtete Preisverleihung an die Frauen im Alter von 18 bis 20 Jahren erwies sich als Glücksgriff. Es sei ein Zeichen gesetzt worden, dass die Jury für den Kulturpreis auch dieser Form der Kultur offen gegenüberstehe.


Landrat Joachim Arnold bei der Verleihung des Kulturpreises. Die Urkunde wurde eigens von der Bad Nauheimer Künstlerin Hiltrud Hölzinger gestaltet.

Landrat Joachim Arnold bei der Verleihung des Kulturpreises. Die Urkunde wurde eigens von der Bad Nauheimer Künstlerin Hiltrud Hölzinger gestaltet.

Zum Auftakt spielten Fräulein Wunder ihren Song S.O.S. und kamen gleich aus dem Rhythmus. "Ich bin so aufgeregt", lachte Sängerin Chanty und wurde dafür mit dem ersten Sympathiebeifall bedacht. "Ich schieße Leuchtraketen in die Nacht, kannst Du sie sehen, bis Du noch wach? Das ist mein S.O.S. – hol mich hier raus…!" Doch das geschah glücklicherweise nicht und so konnte das Programm ungehindert weitergehen. 

Landrat Joachim Arnold bezeichnete die Kulturpreisverleihung an Fräulein Wunder als Signal an junge Menschen, dass auch ihre Kultur von Erwachsenen wahrgenommen und in Form eines solchen Preises wertgeschätzt werde. Der Landrat erinnerte daran, dass die musikalischen Grundlagen der Musikerinnen in der Gesamtschule Konradsdorf gelegt wurden. Dazu hätten die Lehrer die richtige Balance zwischen dem nötigen Freiraum und dem konsequenten Hinführen zu den Schulleistungen gefunden.  

Die Laudatio auf die jungen Preisträgerinnen hielt Hit Radio FFH Programmchef Roel Oosthout, der aus der Satzung für den Kulturpreis des Wetteraukreises zitierte. Danach sind hervorragende kulturelle Leistungen und regionale Verwurzelung als Voraussetzung für die Verleihung festlegt. Der Radio-Programmchef bezeichnete die Popmusik als eine der wichtigsten Kulturströmungen der letzten 60 Jahre. Und die Frage, ob die vier Mädchen von Fräulein Wunder den Kulturpreis verdient hätten, beantwortete er rückhaltlos mit Ja. Wer einen Plattenvertrag sein Eigen nennt, wer in den Radiosendern landauf, landab gespielt wird, wer eine große Fangemeinde begeistert und hervorragende Auftritte vom Rock am Ring bis Auftritte bei Stefan Raab und dem Musiksender VIVA meistert, der hat es tatsächlich im Musikgeschäft geschafft. "Sie haben Talent und machen eine tolle Musik. Sie haben musikalisch viel zu bieten, bedienen sich vieler Musikstile und finden doch dabei einen eigenen Stil. Musikalisch sehr erwachsen und mit viel Spaß an der Musik kann die Band überzeugen."  

In einem Videozusammenschnitt wurden noch einmal wichtige Stationen der steilen Karriere von Chanty, Kerstin, Pia und Steffy beleuchtet. Richtig rührend wurde es bei den Dankesworten, die die vier Musikerinnen an Familien, Lehrer, Freunde, Verwandte und alle Unterstützer richteten. Da zeigte sich, dass die vier Mädchen der Gesamtschule Konradsdorf, keineswegs knallharte Rockstars, sondern höchst sympathische junge Frauen, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen, geblieben sind.  

Fräulein Wunder sind nach Hans Schwab, Adelheid Hoffmann, Gerhard Burk, theater mimikri, Andreas Maier, Dirk Raufeisen, Bernhard Vogler, Jox Reuss, Theater Alte Feuerwache, Winfried Eberhardt, Otto A. Böhmer   und Professor Alexander Demandt die 13. Kulturpreisträger des Wetteraukreises.


Erstellt am: 2009-11-27