Wetteraukreis zeigt Flagge zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Wetteraukreis zeigt Flagge zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
"Flagge zeigen" heißt am 25. November das Motto des Wetteraukreises. Gemeinsam mit rund fünftausend Institutionen und Verbänden werden weltweit am Internationalen UN-Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen" Flaggen zum Zeichen gegen Gewalt an Frauen gehisst. Mittlerweile zum neunten Mal schließt sich der Wetteraukreis dieser von TERRE DES FEMMES initiierten Fahnenaktion an. Zudem wurde im Wetteraukreis um den Aktionstag die Ausstellung der Mitmach-Kampagne "Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt im Wetteraukreis", im Bad Vilbeler Rathaus eröffnet, die noch bis zum Dezember zu sehen ist.
Fahne zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen "Frei leben"
Mit dem Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" soll die Öffentlichkeit sensibilisiert und informiert werden, auch um sich mit den betroffenen Frauen und Kindern zu solidarisieren. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, dass die Betroffenen es wagen, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Einer britischen Studie zufolge vergehen von der ersten Misshandlung bis zum Zeitpunkt, an dem Frauen Hilfe in Anspruch suchen, durchschnittlich sieben Jahre. Eine sehr lange Zeit, auch für die Kinder, die häusliche Gewalt miterleben müssen und selbst oft betroffen sind.
Im Wetteraukreis registrierte die Polizei im Jahr 2008 222 Fälle häuslicher Gewalt. Von den 227 Opfern waren 205 weiblich und 22 männlich. Christa Mansky vom Frauennotruf berichtet, dass sie in 2008 über 200 Frauen und Mädchen beraten haben. Besonders in der ersten Jahreshälfte habe es eine außergewöhnliche Steigerung der Beratungen gegeben. Mansky bewertet dies jedoch positiv: "Die intensive Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel alljährlich zum Internationalen Anti-Gewalt-Tag macht sich bemerkbar. Immer mehr Frauen nehmen unsere Hilfe und Beratung früher in Anspruch."
Auch Landrat Joachim Arnold bewertet die Arbeit zum Gewaltschutz im Wetteraukreis als "äußerst positiv und leider notwendig." Er verweist auf die Aktivitäten vom Frauenhaus, Wildwasser Wetterau, dem Frauen-Notruf und dem Frauenzentrum. Angesiedelt sind sie in Friedberg, Büdingen und Nidda mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Gemeinsam mit dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises arbeiten sie im Arbeitskreis "Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder" eng zusammen und koordinieren die Öffentlichkeitsarbeit: Daneben gibt es im Wetteraukreis den "Runden Tisch gegen Häusliche Gewalt", ein Zusammenschluss von acht Einrichtungen und Behörden. Dazu gehören neben den oben genannten unter anderem die Polizeidirektion und der Fachbereich Jugend, Familie und Soziales des Wetteraukreises. Landrat Arnold erklärt: "Unser Ziel ist es, durch eine gute Vernetzung häusliche Gewalt schneller zu erkennen und den Betroffenen durch aufeinander abgestimmte Verfahren besser zu helfen."
"Die Vernetzungsarbeit trägt bereits Früchte", so Christa Mansky vom Frauen-Notruf, "in diesem Jahr haben wir auffallend viele junge Frauen beraten. Der Kontakt zu uns kam oft auf Umwegen zustande, etwa durch Lehrer oder Sozialarbeiter. Dies zeigt, wie wichtig die Vernetzung untereinander ist, um die Hemmschwelle für betroffene Frauen weiter zu senken."
Für persönliche Beratung und Hilfen können sich Frauen und Mädchen in der Wetterau an folgende Einrichtungen wenden:
- Frauen-Notruf Wetterau e.V.
Tel. 06043/4471, - Frauenhaus Wetterau e.V.
Tel. 06031/15353 und Beratungsstelle Tel. 06031/166773, - Wildwasser Wetterau e.V.
Tel. 06031/64000.
Die Ausstellung "Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt im Wetteraukreis", eine Wanderausstellung der AG "Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Wetterau ist bis zum 18. Dezember im Rathaus in Bad Vilbel, Parkstr.15 zu sehen.
Im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen führt der Notruf außerdem das Theaterstück "Großmütter, Mütter, Enkelinnen – Ein Zeitraffer durch die Frauenbewegung" am 27. November um 19.30 Uhr im Dietrich Bonhoeffer Haus in Schotten auf. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für den Frauen-Notruf wird gebeten.




