Mehr Licht für die Wacholder am Hunsrück und Ulfaer Berg
Mehr Licht für die Wacholder am Hunsrück und Ulfaer Berg
Die mageren Schafweiden in den Niddaer Gemarkungen sind ein Kleinod der Tier- und Pflanzenwelt. Sie stellen 0,5 Prozent der Gesamtfläche der Gemarkung und beherbergen dabei ein Drittel der seltenen Pflanzenarten Niddas, zum Beispiel die Heidenelke. Damit das so bleibt werden zur Zeit die Schafhutungen und Magerrasen in Nidda-Eichelsdorf nachwachsendem Gebüsch und Gehölz freigeschnitten. Die landschaftlichen Pflegearbeiten übernehmen die Gemeinwohlarbeiter der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW) im Auftrag des Fachdienstes Landwirtschaft und der Stadt Nidda.
Frische Luft und freie Sicht: Mit Motorsense und -säge werden die Basaltmagerrasen in Eichelsdorf frei geschnitten
Entstanden sind sie landschaftlichen Kleinode durch die Schafherden, mit denen die hauptberuflichen Hüteschäfer die die Flächen über Jahrhunderte offen gehalten und gepflegt haben. Um diese Flächen zu erhalten und die Arbeit der örtlichen Schäfer zu unterstützen, schneiden Gemeinwohlarbeiter der RDW mit Motorsäge und Motorsense die Flächen von Schlehen- und Rosenaufwuchs frei. Die sogenannten Magerrasen würden ohne Pflegemaßnahmen zunehmend verbuschen, die Beweidung wäre nicht mehr durchführbar.
Zur Zeit arbeitet die Gruppe in der Gemarkung Eichelsdorf am Hunsrück und am Ulfaer Berg auf Flächen des örtlichen Haupterwerbsschäfers Peter Link. Hier wurden bereits zahlreiche überwucherte Magerrasenflächen wieder frei geschnitten und viele alte Wacholder, die als Relikte der historischen Hutebeweidung erhalten geblieben sind, bekommen wieder Licht und Luft. Die abgeschnittenen Äste werden vor Ort verbrannt. Eine Fläche liegt direkt in einer scharfen Biegung an der Kreisstraße zwischen Eicheldorf und Ulfa. Diese Fläche ist wegen ihrer Lage besonders schwer zu beweiden. Durch die Pflegemaßnahmen erhofft man sich, die Arbeit des Schäfers auf den Flächen zu erleichtern und die vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten zu erhalten.
Die Gemeinwohlarbeiter sollen bis 15. März 2008 noch zahlreiche andere Magerrasen, die alle im an die EU gemeldeten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Basaltmagerrasen am Rand der Wetterauer Trockeninsel" liegen, entbuschen. In den nächsten Tagen werden die Arbeiten auf dem "Katzenberg" zwischen Ulfa und Gonterskirchen fortgesetzt, der zu den wertvollsten Magerrasengebieten des Wetteraukreises zählt. Die Entbuschungsmaßnahmen dienen als Kooperationsprojekt der Landwirtschaft und dem Naturschutz und helfen bei der RDW Langzeitarbeitslosen als Eingliederungsmaßnahme.




