Bioenergie-Bündnis Wetterau stellt neue Ergebnisse vor
Bioenergie-Bündnis Wetterau stellt neue Ergebnisse vor
Seit Frühjahr 2006 stieg der Anteil an eingespeisten erneuerbaren Energien im Wetteraukreis deutlich um fast 23 Prozent. Das ist nur eines von vielen interessanten Details, nachzulesen in der zweiten Dokumentation des Bioenergie-Bündnisses Wetterau. Dem im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Bündnisses gehören Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, Handwerk, Landkreis, Kommunen, Energieversorgung sowie Bildungsträger an. Neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen stellten sie beim 1. Bioenergie-Forum Wetterau 2007 im Oktober in Altenstadt vor und auch beim Hessentag waren sie aktiv in Sachen erneuerbare Energien.
Immer mehr Regionen initiieren eigene Beiträge für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Mit dem im Frühjahr 2006 gegründeten Bioenergie-Bündnisses Wetterau gab es im Wetteraukreis frühzeitig einen freiwilligen Zusammenschluss aus allen Wertschöpfungsstufen zur Förderung erneuerbarer Energien. In der nun aktuell veröffentlichten 2. Dokumentation beschreibt das Bioenergie-Bündnis Wetterau die Ergebnisse bisheriger Arbeitstreffen, Projektplanungen und Gemeinschaftsaktionen. Nach dem Motto " Wer macht was in der Region?" werden die beteiligten Einrichtungen in Form eines Bioenergie-Kompetenzatlas Wetterau näher vorgestellt. Nachdem der Bündnis-Schwerpunkt anfangs der Förderung von Biomasse galt, wurde das Aufgabenspektrum in diesem Jahr um alle weiteren erneuerbare Energien, Energieberatung und -effizienz abgerundet. Das erarbeitete Leitbild beschreibt das gemeinsame Grundverständnis sowie die wesentlichen Bündnis-Ziele, wie verbesserte Energieeffizienz, kontinuierlicher Ausbau erneuerbarer Energien und aktiver Klimaschutz.
22,9 Prozent mehr eingespeiste erneuerbare Energie
Nationale und regionale Energiedaten zeigen auf, wie sich der Energieverbrauch entwickelt und der Energiemix zusammensetzt. Während in Deutschland der Anteil an Primärenergie aus erneuerbaren Energien 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 26,6 Prozent wuchs, stieg der Anteil an eingespeisten erneuerbaren Energien im Wetteraukreis ebenfalls deutlich um 22,9 Prozent. Die Dokumentation weist außerdem die regionalen Teilsegmente an Biomasse-, Photovoltaik-, Wasser- und Windkraftanlagen aus. Nach einer Biomasse-Studie des Landes Hessen verfügt der Wetteraukreis gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt/Dieburg landesweit über die höchste Biomassedichte. Das mit Abstand größte Potenzial von über 65 Prozent stammt dabei aus den Ackerflächen. Das ausgewiesene theoretische Biomassepotenzial wurde durch den Fachdienst Landwirtschaft kleinräumig nach Kulturenanteilen dargestellt und ermöglicht unter anderem eine genauere Entscheidungsgrundlage für die Standortwahl von Biogasanlagen.
Bündnis-Aktivitäten in 2007
Die Aktivitäten des Bioenergie-Bündnisses Wetterau haben mit zur erfolgreichen Bewerbung zur BIOREGIOHOLZ-Region beigetragen. Die beiden Landkreise Vogelsberg und Wetterau sowie deren Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte können innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit zusätzliche Förderungen von bis zu 30 Prozent erhalten für die Umstellung auf holzbasierte Heizungsanlagen. Interessenten können sich an die BIOREGIOHOLZ-Geschäftsstelle in Schotten wenden, Tel.: 06044/965826.
Im Rahmen der Erarbeitung des integrierten regionalen Entwicklungskonzeptes für die Region Oberhessen wurden einige Projektanträge aus dem Bereich Bioenergie gestellt. Die Dokumentation beschreibt ebenfalls die Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Teilnahme am Hessentag in Butzbach veranstaltete das Bündnis im Oktober in Altenstadt das 1. Bioenergie-Forum Wetterau 2007. Rund 40 regionale Aussteller präsentierten auf dieser Fachmesse neue Produkte sowie Technologien und stellten ihre Dienstleistungen vor.
Mit Blick auf die nahe Zukunft werden auch aktuelle Großprojektplanungen im Bioenergiesektor beschrieben. Dazu zählen unter anderem die Biogasanlage in Ilbenstadt, das Bioenergiezentrum Altenstadt, Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen in Schulen oder die Windfarm in Gedern. Die Dokumentation enthält eine Auflistung weiterführender Handlungsansätze sowohl für das Bündnis als auch für den Landkreis. Steigende Preise für Agrarrohstoffe und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen, zum Beispiel Besteuerungen oder Förderprogramme, beeinflussen regionale Investitionsentscheidungen. In einem Ausblick erfolgt eine Einschätzung über die voraussichtlichen Entwicklungen der Teilmärkte wie zum Beispiel Biogas, Biokraftstoffe oder Windkraft.
Die zweite Dokumentation schließt mit dem Appell für ein noch größeres Mit- und Zusammenwirken von Kommunen, Unternehmen und Privathaushalten. Um die ambitionierten EU-Ziele für das Jahr 2020 zu erreichen sind alle Energieverbraucher und insbesondere die Kommunen mit ihrer Vorbildfunktion aufgefordert. Die aktuelle Studie kann auf der Internetseite des Wetteraukreises www.wetteraukreis.de abgerufen werden. Für weitere Fragen steht Peter Rudel vom Fachbereich Kreis- und Regionalentwicklun, Landwirtschaft, Umwelt und Bau unter Tel.: 06031/83-4000 zur Verfügung.




