„Richtiges Signal für gesundes Mittagessen in den Schulen“
„Richtiges Signal für gesundes Mittagessen in den Schulen“
"Ich bin froh, dass meine Tochter nicht das Mittagessen in der Schule in Anspruch nimmt", erläutert Maria M., eine Hartz IV-Empfängerin aus dem Wetteraukreis. Dass dem Kind dadurch ein regelmäßiges und nahrhaftes Essen vorenthalten wird ist ihr wohl bewusst, jedoch erlaubt die finanzielle Situation derzeit keine weiteren Ausgaben. Sie muss mit jedem Cent rechnen und kann sich eine tägliche Mittagsverpflegung ihrer Tochter nicht leisten. Pro Tag und Kind gibt es ein Essensgeld für Mittagessen in Höhe von 1,07 Euro. Dieser Betrag reicht bei weitem nicht zur Verpflegung in einer Mensa aus.
Der "Kinderreport 2007" des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. hat vor kurzem noch einmal in erschreckender Weise deutlich gemacht, dass 2,5 Millionen Kinder in Deutschland unter der Armutsgrenze leben. Derzeit wird in vielen Kreisen über einen Zuschuss zur Mittagsverpflegung für bedürftige Schüler nachgedacht. Leider, so wurde bekannt, sollen diese Zuschüsse auf die gewährten Harzt IV-Leistungen angerechnet werden. Hier muss die Politik Chancengleichheit für alle Bevölkerungsgruppen gewährleisten.
"Es darf nicht sein, dass Kinder von Hartz-IV-Empfängern nicht an der Mittagsverpflegung teilnehmen können, weil ihren Eltern hierfür das Geld fehlt", erläutern der Schuldezernent Ottmar Lich und Kreiskämmerer Oswin Veith gemeinsam und regten einen entsprechenden Entwurf beim Sozialministerium an. Hierbei soll geprüft werden, wo Sachleistungen besser als Geldleistungen die Teilhabe von Kindern am gesellschaftlichen Leben gewährleisten. Wie jetzt aus dem Ministerium zu erfahren war, richtet die Landesregierung einen Härtefonds mit fünf Millionen Euro für die Schulspeisung bedürftiger Kinder im Rahmen der Mittagsbetreuung ein. Dadurch wäre auch Maria M. geholfen, sie könnte ihrem Kind dadurch jeden Tag ein ordentliches Mittagessen ermöglichen. "Hier setzt die Landesregierung ein richtiges Signal für gesundes Mittagessen in den Schulen für alle", so übereinstimmend Lich und Veith abschließend.




