Unterstützung für den Rettungsdienst im Ernstfall

Unterstützung für den Rettungsdienst im Ernstfall

Unterstützung für den Rettungsdienst im Ernstfall


Der Kreisausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung die Einsetzung eines so genannten Leitstellen-Führungsstabes beschlossen. Seine Aufgabe ist es, bei besonderen rettungsdienstlichen Gefahrenlagen die Zentrale Leitstelle in ihrer Arbeit zu unterstützen. Angesiedelt ist der Führungsstab beim Fachdienst Rettungsdienst, Katastrophen- und Brandschutz.

Ein Unfall auf der A 5 mit mehrere Verletzten, eine Explosion die erheblichen Sachsschaden anrichtet: Das sind nur zwei Beispiele für ein so genanntes Großschadensereignis. Kommt dabei die Feuerwehr zum Einsatz, wird eine Technische Einsatzleitung (TEL) gebildet, die aus Fachleuten des Brandschutzes besteht und die direkt vor Ort präsent ist und die örtlichen Brandschützer unterstützen. Ihr gehören der jeweilige Stadtbrandinspektor, der zuständige Wehrführer, bis hin zum Kreisbrandinspektor und Kreisbrandmeister an. Die technische Einsatzleitung trifft alle Entscheidungen, die für den Einsatz der Feuerwehrkräfte vor Ort nötig sind.

Ursachen von Großschadensereignissen sind aber vielfältiger Natur und nicht auf Brände beschränkt. Ein Massenanfall von Verletzten oder die Evakuierung eines Krankenhauses wären entsprechende Beispiele. Die Mitarbeiter der Zentralen Leitstelle sind hier stark gefordert und es können Maßnahmen erforderlich werden, die über die jeweiligen Einsatz- und Alarmpläne hinausgehen. Damit der Einsatz vor Ort aber so reibungslos wie möglich ablaufen kann, werden die Rettungsdienste durch einen Leitstellen-Führungsstab unterstützt. Per Gesetz nennt er sich eigentlich Besondere Einsatzleitung, in Anlehnung an die Technische Einsatzleitung bei einem Brandeinsatz. „Auf diesen Begriff haben wir aber bewusst verzichtet um die Abgrenzung der Befugnisse zwischen Leitstellen-Führungsstab und der technischen Einsatzleitung zu verdeutlichen.“ Der Leitstellen-Führungsstab ist begrenzt auf eine rein rettungsdienstliche Lage, zum Beispiel im Falle einer Grippepandemie.

Er regelt, wie die Fahrzeuge der Rettungsdienste vor Ort strategisch am besten eingesetzt werden, er beobachtet die Entwicklung der Schadenslage, gibt der Technischen Einsatzleitung Empfehlungen und unterstützt sie und zieht Mitglieder des Katastrophenschutzstabes zu Rate, wenn der Katastrophenfall einzutreten droht.

Dem Leitstellen-Führungsstab gehören Fachkräfte der für die Gefahrenabwehr zuständigen Dienststellen an. Kraft Ihres Amtes sind dies der Leiter des Fachdienstes Rettungsdienst, Katastrophen- und Brandschutz, die jeweiligen der Sachbearbeiter für den Rettungsdienst und für den Katastrophenschutz, der Leitstellenkoordinator, der der Kreisbrandinspektor und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst. Die beiden letzteren werden allerdings erst dann hinzugezogen, wenn es die Lage vor Ort erfordert. Der Leitstellen-Führungsstab wird alarmiert bei einem Massenanfall von Verletzten, bei einer anstehenden Evakuierung, auf Veranlassung der Technischen Einsatzleitung vor Ort und soweit Einsatzlagen in der Zentralen Leitstelle den Bedarf erkennen lassen.

Erstellt am: 2006-12-07