Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises: Zufriedener Blick auf Wirtschaftsjahr 2005

Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises: Zufriedener Blick auf Wirtschaftsjahr 2005

Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises: Zufriedener Blick auf Wirtschaftsjahr 2005


Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises kann zufrieden auf das Wirtschaftsjahr 2005 zurückblicken. Der Kreisausschuss hat denn auch dem Kreistag die Feststellung des Jahresabschlusses für das Wirtschaftsjahr 2005 empfohlen.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises ist sicherlich eine erfolgreiche Ausgründung der Kreisverwaltung. Seit Ende der 90er Jahre konnte hier eine eigene Infrastruktur für die Bereiche Restmüll und Kompostierung aufgebaut werden. Die Klärschlammverwertung in der Wetterau hat Modellcharakter für die ganze Republik, nicht anders als das Stoffstrommanagement, bei dem versucht wird, Materialströme so zu beeinflussen, dass ein Kreislauf gewährleistet ist.

Bei Kompost und Klärschlamm ist es gelungen, regionale Kreisläufe aufzubauen, und damit unabhängig von großen Entsorgungsmonopolen zu bleiben. Das Ergebnis sind gleiche Gebühren seit 6 Jahren, nachdem der Abfallwirtschaftsbetrieb vorher 3x die Gebühren reduziert hatte.

Im Jahr 2005 hat die mechanisch-biologische Vorbehandlungsanlage mehr als 40.500 Tonnen Restmüll verarbeitet und damit eine gute Auslastung erzielte. Voraussetzung für diese gute Auslastung war die regelmäßige Instandhaltung der Anlagen und die Verbesserung des Wirkungsgrades bei der Rottebelüftung. „Die Anlage lief weitgehend störungsfrei“, zeigte sich AWB-Betriebsleiter Kurt Schäfer zufrieden.

Ein großes Augenmerk legt Betriebsleiter Schäfer auch auf die sichere Verwertung der in der MBA erzeugten Materialien. Diese werden als Ersatzbrennstoff mit hohem Brennwert vermarktet. „Wir haben hier eine vertragliche Absicherung, die uns für die nächsten drei Jahre Sicherheit bietet.“ Das ist insbesondere vor dem Hintergrund der Umsetzung der technischen Anleitung Siedlungsabfall im vergangenen Jahr eine Besonderheit, da bundesweit Verbrennungskapazitäten für sechs bis acht Mio. Tonnen Restmüll fehlen. Bundesweit haben etliche Städte und Landkreise Entsorgungsnotstand und bauen so genannte Zwischenlager auf gerade geschlossenen Deponien. „Weil sich der Wetteraukreis frühzeitig auf die veränderte Landschaft vorbereitet hat, konnten wir dem Ablagerungsverbot zum 01. Juni 2005 gelassen entgegensehen“, betont Dr. Wiltrud Risch-Laasch, Abfallwirtschaftsdezernentin des Wetteraukreises. Wie die Dezernentin weiter ausführte, sei man bereits jetzt daran mittelfristige Verwertungsstrategien zu entwickeln.

Qualitätskompost aus der Wetterau
Gut aufgestellt sei man auch mit dem Humus- und Erdenwerk in Niddatal/Ilbenstadt, das im Jahre 2005 rund 25.000 Tonnen Bioabfall und Grünschnitt zu 9.000 Tonnen Kompost umgewandelt hat. „Durch die gute Produktqualität und das vielfältige Sortiment haben wir es geschafft, die gesamte Produktmenge innerhalb des Wetteraukreises zu vermarkten“ so Betriebsleiter Schäfer. „Hier ist ein echter regionaler Kreislauf entstanden, der die Wertschöpfung in der Region lässt“. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll eine Vergärungsanlage in Ilbenstadt die Abwärme zur Stromerzeugung und gleichzeitig die Geruchsemissionen am Standort senken.

Überregionale Partner gefunden
Die Abfallwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Wirtschaftsbereich entwickelt, an dem auch große Kapitalgesellschaften Interesse gefunden haben. Anders als manche Nachbarkreise setzt man in der Wetterau allerdings auf die Wahrung des Citizen Value, also der Gemeinwohlorientierung, statt Shareholdervalue-Interessen zu bedienen.

„Nachdem eine gemeinsame regionale Abfallwirtschaft im ZOV-Verbund daran gescheitert ist, weil der Landkreis Gießen seine Restabfallentsorgung an ein privates Großunternehmen vergeben hat, hat sich der Wetteraukreis neue Partner gesucht, um durch Bündelung gleich gelagerte Interessen höhere Wertschöpfung und die wechselseitigen Nutzen der kommunalen Partner zu schaffen.“ So gibt es eine strategische Partnerschaft mit den Städten Mainz, Wiesbaden und Ludwigshafen, um die Altpapierverwertung gemeinsam durchzuführen. Die bedeutet, dass das Altpapier von über 800.000 Einwohnern und somit 80.000 t pro Jahr gemeinsam in der Papierindustrie untergebracht werden.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb ist ein kerngesundes Unternehmen, das trotz eines leichten Jahresdefizites von 17.000 Euro bei gleichzeitiger Tilgung von Darlehen in Höhe von 630.000 Euro glänzend dasteht. Nach den derzeitigen Planungen sollen auch die verbliebenen Darlehensverbindlichkeiten des Abfallwirtschaftsbetriebes spätestens im Jahr 2008 komplett getilgt sein. Dann ist der Abfallwirtschaftsbetrieb schuldenfrei. Das in den vergangenen Jahren praktizierte Kostenmanagement und die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit aller Bereiche lässt weiterhin eine positive Geschäftsentwicklung des Abfallwirtschaftsbetriebes erwarten.

Erstellt am: 2006-12-07